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Teil 4 unserer Reihe Resilienz – heute mit: Emotionssteuerung

Wie eingangs erwähnt, bedeutet Emotionssteuerung nicht, dass man seine Gefühle verdrängt. Dies ist auch nicht ratsam, da der innerliche Druck dann oft immer größer wird, bis man buchstäblich platzt.

Emotionssteuerung bezieht sich vielmehr auf die Fähigkeit, negative Emotionen bewusst und aktiv in positive umzuwandeln. Hierbei ist hervorzuheben, dass das Gehirn oft dem Körper folgt. Beispielsweise kann man sich nur schwer glücklich und energiegeladen fühlen, wenn man Kopf und Schultern hängen lässt. Ebenso „glaubt“ das Gehirn einem nicht, dass man schlecht zurecht ist, wenn man mit erhobenem Kopf und aufrechter Körperhaltung herumläuft.

Diesen Umstand kann man sich zunutze machen, wenn man bewusst positive Gefühle hervorrufen möchte.

Tipp 3: Stift im Mund – fake it until you make it..

Nehmen Sie einen Stift Ihrer Wahl zur Hand und stecken Sie ihn quer in den Mund, so dass Sie mit den Zähnen draufbeißen. Dadurch werden die Mundwinkel nach außen gezogen, ähnlich einem Lächeln oder Grinsen.

Halten Sie diese (zugegebener Weise merkwürdige) Pose für ein paar Minuten, und Sie werden merken, dass sich Ihre Stimmung bessert.

Durch das Auseinanderziehen der Mundwinkel werden die Muskeln in den Wangen aktiviert, die man auch beim Lächeln, also wenn man fröhlich ist, benutzt. Das Gehirn merkt das und denkt – oh, wir lächeln. Dann scheinen wir uns ja wohl zu fühlen. – und weist die Ausschüttung der entsprechenden Hormone, z.B. des Glückshormons Serotonin an. Mag etwas abstrus klingen, ist aber wissenschaftlich erwiesen. Und funktioniert.

Empathie / soziale Bindung

Zur Erinnerung: Empathie ist ja die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzudenken und zu fühlen, was sie fühlen. Das setzt in der Regel ein gewisses Maß an Achtsamkeit und Aufmerksamkeit voraus – denn wenn wir ausschließlich mit uns selber beschäftigt sind, „sehen“ wir den anderen nicht. Die Empathiefähigkeit mit einzelnen Übungen gezielt zu stärken, ist meines Erachtens kaum möglich.

Vielmehr ist hier ein Ansatz nötig, der bei jedem Einzelnen beginnt. Man sollte also zunächst versuchen, mit sich selbst ins Reine zu kommen, um Kapazität dafür zu schaffen, auf andere wirklich einzugehen.

Dennoch gibt es ein paar Dinge, die man gezielt einsetzen kann, um die Bindung zum jeweils anderen zu stärken. Und wenn man es schafft, eine gute Bindung zu einer Person aufzubauen, indem man diese wahrnimmt, hat man zumindest schon mal die Tür geöffnet, um auch andere Personen wahrnehmen zu können.

Tipp 4: Umarmung

Eine Umarmung zur Begrüßung oder zum Abschied ist heutzutage in den meisten Kreisen fast nichts Besonderes mehr. Versuchen Sie jedoch einmal, diese Umarmung für 7 Sekunden (oder länger) zu halten. Denn erst nach dieser Zeit kommt es zu einer Oxytocin-Ausschüttung, also der Ausschüttung des Bindungshormons. Ebenso kommt es auch zu einer Ausschüttung von Serotonin, dem Glückshormon. Kann auch nie schaden (s. Emotionssteuerung).

Tipp 5: Augenkontakt

Diese Übung sollten sie mit der Person, mit der Sie sie durchführen möchten, vorher absprechen, da sie zwar simpel, aber alles andere als einfach, und dabei auch noch sehr intensiv ist.

Stellen Sie sich in einem für beide angenehmen Abstand gegenüber. Schauen Sie sich in die Augen. Halten Sie diesen Augenkontakt für 4 Minuten. Freuen Sie sich über die entstandene Bindung.

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