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Selbsterkenntnis – der erste Schritt zur Besserung?

Während ich dies schreibe, sitze ich auf meinem Sofa und versuche gleichzeitig die Uhr im Auge zu behalten und meine Gedanken in diesen Artikel fließen zu lassen.

 

Nein, ich habe keinen Termin, den ich dringend wahrnehmen muss. Ich habe nur den ärztlichen Rat bekommen, nicht länger als 10 Minuten am Stück zu sitzen. Alles andere würde meine frisch operierte Bandscheibe zu sehr belasten.

 

So liege ich hier also die meiste Zeit auf dem Sofa (und vorher im Krankenhausbett) und lasse meine Gedanken schweifen.

 

Ich denke über die Aufträge nach, die ich absagen musste. Über die Projekte, die ich verschieben musste. Über die Kunden, die ich vertrösten musste. Und natürlich über das Geld, das ich nicht verdiene.

 

Und ich frage mich, warum ausgerechnet mir das passiert ist mit dem Bandscheibenvorfall – wo mein Thema doch „Resilienz“ ist, und ich selber doch ach-so-super-doll resilient bin.

 

Tja, bin ich wohl doch nicht.

 

Denn Resilienz bedeutet nicht (nur), dass man optimistisch und krisenerprobt ist, nach vorne schaut, Lösungen sucht, im Chaos einen kühlen Kopf bewahrt, und auch danach nicht sofort zusammenbricht. Resilienz bedeutet nicht nur, dass man sich in andere Menschen hineinversetzen kann, dass man sich Ziele setzt und diese diszipliniert verfolgt, oder dass man (meistens) seine gute Laune behält oder sie zumindest schnell wieder herstellen kann. (mehr dazu übrigens in meinem kostenlosen eBook)

 

Resilienz bedeutet auch, seine eigenen Grenzen zu erkennen (und zu akzeptieren).

 

Resilienz bedeutet ganz sicher nicht, alles-auf-einmal-und-das-jetzt zu wollen.

 

Ein Satz geht mir nicht mehr aus dem Kopf: wenn du stolz darauf bist, was du alles schaffen und aushalten kannst, bist du nicht resilient.

 

Und ich war immer schon stolz darauf, was ich alles schaffen kann.

 

Es hat mir nie etwas ausgemacht, bei Flugunregelmäßigkeiten bis 3 Uhr morgens zu arbeiten – im Gegenteil, ich war immer stolz darauf, wie toll ich das auch unter solchen Bedingungen noch hinbekomme.

 

Kurze Zeit vor meiner Bandscheiben-OP, als ich schon arge Schmerzen hatte, aber noch dran glaubte, es „so“ in den Griff zu kriegen, habe ich an einem Tag von 9.00-17.00 durchgängig Beratungen durchgeführt, und war im Anschluss für 20.00 auf eine weitere 2-stündige Coaching-Einheit verabredet. Und stolz drauf, wie ich das so schaffe, und zwischendrin auch noch quality time mit meinen Kindern verbringe.

 

NICHT resilient.

 

Was lernt uns das?

 

Resilienz nutzt sich ab, wenn du sie überstrapazierst.

 

Natürlich bin ich resilient. Aber ich muss meinen Resilienz-Tank auch immer wieder auffüllen. (Wenn Sie wissen möchten, wie ich das machte, finden Sie hier Ideen)

 

Dann mach ich das jetzt mal. Die 10 Minuten sind eh rum. Kann mir jemand ein gutes Buch empfehlen?

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