Mittwochsbuch: “Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück”
31. August 2016
Unsere Resilienz stärken – 3. Teil
5. September 2016

#onesmileaday – für ein fröhlicheres Deutschland

 

Vor wenigen Tagen las ich einen Artikel in der Süddeutschen mit der Überschrift „Deutschland hat die besten Jobs – und die unfreundlichste Bevölkerung“. Das brachte mich zum Grübeln: ist es wirklich so? Sind wir als Volk so unfreundlich?

 

Zitiert wurde aus der Expat-Insider-Studie 2016, einer Studie, an der weltweit 14 000 Expatriates teilnahmen, also Arbeitskräfte, die im Ausland arbeiten. Mit anderen Worten: es wurden Menschen befragt, die für mehrere Jahre u.a. nach Deutschland gekommen sind, um hier zu leben und zu arbeiten. Die also Zeit hatten, „uns“ kennenzulernen. Und die finden uns unfreundlich?

 

Ich muss gestehen, dass mich das im ersten Augenblick schon etwas verletzt hat. Mich, die ich fast 15 Jahre meines Lebens im Ausland verbracht habe, und seit der gleichen Anzahl von Jahren Deutschland wieder meine Heimat nenne. Die gerade seit dem Sommermärchen 2006 immer mehr das Gefühl hat, dass Deutschland sich zum Positiven verändert hat, lockerer, entspannter, lebensfroher geworden ist. Wie kann es also sein, dass andere Menschen das nicht sehen?

 

Weil es für sie nicht so ist. Jeder Mensch hat seine eigene Wahrheit, macht seine eigenen Erfahrungen – unabhängig von seiner Herkunft. Denn wenn man Deutschen die gleiche Frage stellen würde, würde vielleicht sogar eine ähnliche Tendenz herauskommen.

 

Ich würde mich selber als recht offen und (meistens) freundlich bezeichnen. Ich grüße die anderen Eltern am Kindergarten genauso wie die eine Kassiererin bei Netto, die ich nicht leiden kann. Meistens werde ich zurückgegrüßt, ernte ein Lächeln, und wenn nicht, stört mich das nur für kurze Zeit. Ich umgebe mich mit Menschen, die auch so sind.

 

Nicht alle sind wie ich (und das ist auch gut so). Es gibt Menschen, die sind schüchterner, zurückhaltender, vorsichtiger, verschlossener als ich. Es gibt auch Menschen, die weniger positiv sind, und eher das Schlechte als das Gute erwarten. Ich bin der Meinung, dass jeder das Recht hat, so zu sein, wie er möchte (auch wenn ich mir manchmal in missionarischem Eifer einbilde, mein Mann müsste die Dinge auch so sehen und machen wie ich, aber das ist eine andere Geschichte).

 

Allerdings finde ich auch, dass sich niemand über unfreundliche Kassierer, Busfahrer oder Nachbarn beschweren sollte, der es selber nicht schafft, freundlich (oder überhaupt) zu grüßen. Es fängt immer bei einem selber an – man kann nur sich selber verändern, die anderen verändern zu wollen, ist sinnlos.

 

Wer also das Gefühl hat, in einem unfreundlichen Land zu leben – hier ist meine Einladung an Sie: machen Sie den Anfang. Grüßen Sie Ihre Nachbarn, die Kassiererin, den Polizisten. Lächeln Sie die Frau im Auto neben Ihnen an, wenn Sie an der roten Ampel warten. Beginnen Sie ein Gespräch mit Ihrem Gegenüber in der Straßenbahn.

 

Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt. Und auch der Weg zu einem freundlichen Land beginnt mit einem Lächeln.

 

Machen Sie mit bei #onesmileaday. Es wird auch Ihr Leben fröhlicher machen.

 

Punktlandung. Mit Katja Michalek

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.