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Der Sternwerfer

Die Flut hatte in der Nacht Tausende von Seesternen an den Strand gespült. Eiseley sah einen Jungen im Sand knien, der einen Seestern nach dem anderen aufsammelte, um ihn dann ins Meer zurück zu werfen.

Nachdem er dem Jungen einige Minuten zugeschaut hatte, fragte Eiseley ihn, was er da tue.

Der Junge richtete sich auf und antwortete: „Ich werfe Seesterne ins Meer zurück. Es ist Ebbe und die Sonne brennt herunter. Wenn ich das nicht tue, dann sterben sie.“ 



Eiseley schaute verwundert, um dem Jungen dann klar zu machen, dass seine Aktivität fruchtlos war, und antwortete: „Aber junger Mann, ist Dir eigentlich klar, dass hier Kilometer um Kilometer Strand ist? Überall liegen Seesterne herum. Die kannst Du unmöglich alle retten, das hat doch keinen Sinn.“

Der Junge hörte höflich zu, bückte sich, nahm einen weiteren Seestern auf, warf ihn ins Meer zurück, lächelte und sagte: „Aber für diesen hat es einen Sinn.“

Aus dem Buch „The Star Thrower“ von Loren Corey Eiseley)

Wie oft fühlen wir uns hilflos und meinen, überhaupt nichts bewirken oder verändern zu können?

Ob ich zur Wahl gehe oder nicht – macht doch keinen Unterschied gegen die ganzen Idioten, die AfD wählen.

Ob ich die Kassiererin an der Kasse anlächle oder nicht – ist doch egal, die meisten Kunden sind ja eh unfreundlich.

Ob ich die Patenschaft für ein Waisenkind übernehme oder nicht – bringt doch nichts im Vergleich zu den Millionen Hungernden in Afrika und überall auf der Welt.

Tut es das wirklich nicht?

Wir können im Alleingang ganz sicher nicht die Welt verändern.

Aber jede Stimme, jede positive Begegnung, jedes Lächeln, jede gute Tat, jedes nette Wort bringt etwas in Bewegung. Es bewegt nämlich etwas in mir, in den Menschen, die ich damit beschenke, und in den Menschen, mit denen ich darüber spreche.

Und je mehr schöne Begegnungen jede/r Einzelne hat, je mehr Lächeln er oder sie geschenkt bekommt, desto wahrscheinlicher ist es, dass er oder sie das auch einmal zurückgeben wird.

Dem Nächsten, dem er begegnet.

Und so weiter, und so fort.

Wir können im Alleingang ganz sicher nicht die Welt verändern.

Aber wir können helfen, sie jeden Tag ein kleines Stückchen besser zu machen.

In dem wir versuchen, das Leben eines Einzelnen jeden Tag ein kleines Bisschen zu versüßen. Denn für diesen einen hat es einen Sinn.

Ein wundertolles 2. Adventswochenende wünscht Ihnen herzlichst

Katja Michalek

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