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Arbeiten, ohne glücklich zu sein? 9 Schritte zu mehr Zufriedenheit im Job.

Sind SIE glücklich in Ihrem Job? Springen Sie jeden Morgen aus dem Bett und begrüßen den neuen Tag mit einem lauten „JA! Ich will!“? Glückwunsch! Dann gehören Sie wahrscheinlich zur knappen Hälfte der deutschen Bevölkerung, denen es so geht.

Ich habe gerade eine Studie zur Jobzufriedenheit der Deutschen aus dem Jahr 2015 in die Hände bekommen, die von der ManpowerGroup durchgeführt wurde. Im Jahre 2012 waren noch 63% der Deutschen „insgesamt zufrieden mit den Arbeitsbedingungen“ – 2015 waren es nur noch 51%. Wie wird die Zahl wohl für dieses Jahr ausfallen? Und was heißt denn überhaupt zufrieden? Irgendwie klingt mir das nicht nach Glück, Erfüllung, Flow – eher nach „naja, zahlt halt die Miete…“ – Oder bilde ich mir das nur ein?

Jeder Mensch hat es verdient, glücklich zu sein. Jeder sollte das tun können, was ihm am meisten liegt – und nicht das, was Mama und Papa einem ausgesucht haben, oder was „man“ so macht.

Aber wie wird man glücklich im Job, wenn man nicht gerade im Lotto gewonnen hat?

Die Antwort lautet: Schritt für Schritt.

Schritt 1: Zunächst einmal sollten Sie für sich die Frage stellen, was Sie genau an Ihrem Job stört. Sind es die Aufgaben? Sind sie zu schwer, sind es zu viele – oder sind Sie unterfordert und langweilen sich?

Wenn es die Aufgaben sind, gehen Sie Schritt 2: Sprechen Sie mit Ihrem Chef und / oder Ihren Kollegen. Vielleicht können Aufgaben anders verteilt werden, so dass die Arbeitslast gleichmäßiger verteilt ist? Oder gibt es Qualifizierungsmaßnahmen, an denen Sie teilnehmen können (falls Sie überfordert sind)? Falls Sie aber nicht ausgelastet sind – fragen Sie nach Sonderaufgaben, die Sie übernehmen, oder Arbeitsgruppen, an denen Sie teilnehmen können.

Wenn es nicht an den Aufgaben, sondern am Arbeitsklima liegt – sprechen Sie dennoch (bzw. gerade dann!) mit Ihren Kollegen, Ihrem Team, Ihrem Chef (in dieser Reihenfolge). Holen Sie sich Feedback ein: empfinden die Anderen es genauso? Woran liegt es wohl? Überlegen Sie dann, was Sie tun können, um das Klima zu verbessern. Auch wenn alle gleichermaßen „schuld“ sind – fangen Sie immer bei sich selber an. Die Anderen werden in der Regel nachziehen, wenn Sie sich Mühe geben.

Den 3. Schritt gehen Sie, wenn Sie die ersten beiden durchlaufen haben, Sie aber immer noch unglücklich sind. Dann sind Sie nämlich offenbar zur falschen Zeit am falschen Ort. Also heißt es: den richtigen Ort suchen. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wofür brenne ich?
  • Was kann ich besonders gut?
  • Bei welcher Tätigkeit erlebe ich Flow, vergesse die Zeit?
  • Wo möchte ich hin, wie möchte ich leben?
  • Was benötige ich dafür, um das zu erreichen?

Schritt 4: Suchen Sie sich jemanden, mit dem Sie sich austauschen können, der Ihnen ehrlich seine Meinung sagt, mit dem Sie Optionen durchdiskutieren können. Dadurch können neue, weiterführende Ideen entstehen, die Sie Ihrem Ziel näherbringen. Scheuen Sie sich nicht, dafür professionelle Hilfe zu suchen – ein erfahrener Coach kann Ihnen wertvolle Tipps geben und Sie unterstützen.

Schritt 5: Lesen Sie alles, was über Ihr neues Thema / Ihren Traumjob veröffentlicht wurde. Besuchen Sie Messen oder Fachtagungen, lesen Sie Fachartikel, besuchen Sie Seminare.

Schritt 6: Suchen Sie Kontakt zu Menschen, die das tun, was Sie gerne tun möchten. Befragen Sie sie, wie sie dorthin gekommen sind. Bitten Sie um Informationsquellen und weitere Ansprechpartner.

Schritt 7: Reflektieren Sie das Erfahrene: ist es so, wie Sie es sich vorgestellt haben? Möchten Sie diesen Weg gehen?

Wenn ja, leiten Sie Schritt 8 ein: Setzen Sie alles daran, um in Ihren Traumjob zu wechseln. Machen Sie notwendige Fortbildungen. Bringen Sie Ihren Lebenslauf in Schuss. Suchen Sie nach Ausschreibungen in Stellenbörsen und bewerben Sie sich. Halten Sie Kontakt zu Ihrem neuen Netzwerk, um frühzeitig von interessanten Stellenausschreibungen zu erfahren (oder um potentielle Aufträge zu generieren, wenn Sie sich selbstständig machen möchten). Besuchen Sie weiter Netzwerkveranstaltungen. Reden Sie über Ihre Pläne – Ihre Freunde und Bekannte werden Ihnen möglicherweise helfen können.

Und schließlich nehmen Sie den 9. und letzten Schritt, der Sie ins Ziel bringt: treten Sie Ihren Traumjob an oder starten Sie Ihre Selbstständigkeit.

Bei all dem gilt es aber zu bedenken: wer sich dazu entschließt, glücklich(er) im Job zu werden, hat oft zunächst einen steinigen Weg vor sich. Zum Unverständnis der Familie kommt oft noch finanzielle Unsicherheit. Der Mut verlässt einen, wenn es nicht so gut oder so schnell klappt, wie man es sich vorstellt. Das ist ganz normal. Nach der Chaostheorie entsteht erst einmal ein großes Durcheinander, eben Chaos, wenn ein System zusammenbricht. Mit der Zeit entsteht dann aber ein neues System, das meist besser ist als das Alte. Es lohnt sich also, dran zu bleiben.

Jeder Mensch hat es verdient, glücklich zu sein. Was macht Sie glücklich? Worin gehen Sie richtig auf? Bei welcher Tätigkeit vergessen Sie die Zeit? Es lohnt sich, mal darüber nachzudenken. Und auch einmal darüber zu reden – denn dadurch entwickeln sich manchmal Idee oder ergeben sich Gelegenheiten, auf die man vorher nie zu hoffen gewagt hätte.

Bleiben Sie achtsam. Werden Sie glücklich. Machen Sie eine Punktlandung.

Ihre Katja Michalek

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