Goldmarie Grafikdesign

Talent muss nicht aus der Wiege kommen

Natürlich gibt es sie, die großen Talente, die aus dem Stegreif begeistern: Matheasse, Singer-Songwriter, Sportskanonen u. v. m.. Sie haben diese besondere Gabe. Es fällt ihnen leicht ihrer Leidenschaft nachzugehen und sie weiterzuentwickeln. Andere stehen daneben und staunen und müssen viel mehr tun, um ihre Ziele zu erreichen: Lernen, arbeiten, Erfahrungen sammeln, hinfallen, aufstehen und Krönchen richten, weitermachen.

Zu diesen anderen zähle ich, Susanne Wiemer, heute leidenschaftliche Grafikdesignerin. Mein Weg dahin war mühsam. Zugegeben, ich habe es mir selbst nicht immer leicht gemacht, aber ich war auch nicht besonders begnadet. Ich komme aus einer Familie, die wenig kreativ und kulturell interessiert ist. Hätte ich die Berufswahl getroffen, die mir das Arbeitsamt in jungen Jahren vorgeschlagen hat, wäre ich heute Binnenschifffahrerin. Meine kleine deutsche Welt, in der ich aufgewachsen bin, kannte das Berufsbild Grafikdesigner_in also gar nicht. Und so glaubte ich lange selbst nicht daran, dass ich mal eine werden könnte. 

Auch nicht nach der Rückkehr eines bedeutenden Schüleraustauschs. Der Bruder meiner englischen Austauschschülerin befand sich mitten im Grafikdesign-Studium. Nicht nur seine Arbeiten und Skizzen haben mich begeistert, die Atmosphäre um ihn herum hat mein Herz entflammt: In seinem Zimmer lagen verschiedenste Papiere und Skizzier-Stifte und es hingen Grafiken und Poster an der Wand, die ganz anders aussahen als die seinerzeit mega angesagten Strand-Poster mit Palmen.

Von da an wollte ich also Grafikdesignerin werden, hatte aber nach wie vor dieses Gefühl, dass das nix wird.

Jahrelang hat mich diese Einstellung begleitet. Sogar zu Zeiten meines Studiums an der Kunstakademie, der Schriftsetzer-Ausbildung und auch noch danach. Geändert hat sich das erst, als ich erkannte, dass ich gut sein kann, ohne dazu geboren zu sein. Ich erkannte es an meiner eigenen Entwicklung und die brauchte Zeit. Diese neue, unbekannte Welt musste ich erstmal erkunden, erleben und begreifen. 

Heute bin ich heilfroh, dass ich stets aufgestanden und weitergegangen bin. Denn mich erfüllt dieser Beruf. Ich bin unendlich dankbar, dass ich morgens motiviert aus den Federn steige und mich auf die „Arbeit“ freue. Dafür hat sich jeder Stolperstein gelohnt.

Glaub auch du an dich und das wofür du brennst. Es mag sein, dass du mehr Kraft brauchst als andere und dass du härter arbeiten musst. Aber du kannst es erreichen, auch wenn dir das Talent dazu nicht in die Wiege gelegt wurde. Ich bin fest davon überzeugt, dass man sich Talent erarbeiten und aneignen kann, vorausgesetzt, man will. 

Happy working!

Susanne Wiemer aka Goldmarie 

https://www.goldmarie-grafikdesign.de/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *